Folge mir... 

Mit klarem Blick zum aufgeräumten Arbeitsplatz

0

Die Entdeckung

Du lässt deinen Blick einmal mehr im Büro schweifen. Den netten Kollegen, der dir gewöhnlich gegenüber sitzt hast du seit Monaten nicht mehr gesehen. Ob der hier noch arbeitet oder schon woanders sein Glück gefunden hat? Wer weiß – und so neigst du dich locker nach links und stellst erfreut fest „Da isser ja!“. Einer freundlichen Begrüßung deines Gegenübers folgt unmittelbar die Erkenntnis, dass die Papierstapel zwischen dir und deinem Gegenüber doch Ausmaße erreicht haben, die etwas mehr Zuwendung verlangen.

Auch die Schreibtischplatte vor dir ist nur noch bruchstückhaft zu sehen und wo waren eigentlich deine Kugelschreiber? Das einzig Schreibfähige, was dein Werkbereich noch hergibt ist ein Textmarker, der mittlerweile vierfarbig schreibt.

Na super!

Die Erklärung

Evolutionär bedingt bist du nun einmal ein Jäger und besonders auch Sammler. Gemäß der Devise„Horten ist nützlich und Wegwerfen böse“ hast du ein beachtliches Arsenal an Nützlichem und Dingen, die du sicher „in der Zukunft mal brauchen kannst“ angehäuft. Immer daran denken: Häufchen gehören in die Toilette und nicht auf den Schreibtisch und entgegen gängiger Zitate zeichnet Chaos nicht zwingend ein Genie aus.

Die Erkenntnis

Ob aufgeräumt oder nicht ist doch sowieso egal denkst du, aber dem ist nicht so. Zig wissenschaftliche Studien haben sich mit dieser Frage beschäftigt und nach denen zeichnet sich folgendes ab:

Um angeregt arbeiten zu können sollte die Struktur deines Arbeitsplatzes zu der Art deiner Arbeitsanforderung passen, d.h.:

  • Strukturierte Arbeiter: aufgeräumter, geordneter Arbeitsplatz, hilft die Orientierung auf die Fakten und den roten Faden zu halten.
  • Kreativer Arbeiter: gerne etwas freier, fördert Ideen und regt an. Allerdings sei hier klar gesagt, wenn du dich regelmäßig mit dem Ellbogen in monatealten Schokoriegeln ertappst, hat das nichts mehr mit kreativer Ideenschmiede zu tun.

Wenn dieser Abgleich bei dir nicht mehr stimmig gelingt beginnt dich dein Arbeitsplatz Kraft zu kosten. Viele Dinge auf deinem Schreibtisch lenken schlichtweg ab. Wenn etwas abgeschlossen ist, nimmt das dein Verstand deutlicher wahr, wenn damit eine optische Veränderung (neue Bilder, Stapel weg) wahrnimmt. Oder wer bekommt schon das Gefühl etwas erledigt zu haben, wenn er an einem vollgeladenen Schreibtisch sitzt?

Der Weg

Auch wenn es auf den ersten Blick seinen Reiz hat, wie Indiana Jones durch das Zetteldickicht nach dem Geheimnisvollen zu wildern, hat das nichts mit sinnvollem Arbeiten zu tun. Erwiesenermaßen verbringt man ca. 10% seiner Arbeitszeit mit dem Suchen von Information, die man „irgendwo“ in einem Stapel abgelegt hat. Wäre es da nicht sinnvoller diese 10% dazu zu nutzen sich seine Arbeitsumgebung in einer regelmäßig geplanten Aufräumsession soweit geordnet zu halten, dass man zukünftig Ruck Zuck seine Infos und Termine zur Hand hat?

Also raus aus der Höhle und rein in ein unterstützendes Arbeitsumfeld.

Die Entsorgung – Stufe 1

Weg mit dem Trödel.

Mülleimer her und eine „Weiß noch nicht“-Box.

In den Müll kommt alles, was du die letzten 6 Monate nicht mehr genutzt hast. Könnte etwas davon zu Nachweiszwecken zukünftig ggf. noch einmal gebraucht werden archiviere es (in einen Ringordner oder gescannt als Datei auf den Firmenserver). Nach dem Scannen in den Müll damit. Dein Arbeitsplatz ist nicht das Unternehmensarchiv!

Hinweis: Infos, die unter den Datenschutz fallen müssen nicht wiederherstellbar geschreddert werden. Firmeninterna einfach ungebremst in den Papiermüll zu feuern kann im unglücklichsten Fall zur Kündigung führen. Abgesehen davon ist ein Papierschredder ein ganz tolles Werkzeug, um von nervenden Gedanken Abschied zu nehmen:

Gedanke aufschreiben – Lächeln – Wegschreddern!

In die „Weiß noch nicht“-Box kommt alles von dem du nicht sicher weißt, ob du es in nächster Zeit noch einmal brauchst. Alles was du tatsächlich wieder brauchst, holst du bei Bedarf wieder aus der Box heraus. Alles was nach 6 Monaten noch immer in der Box liegt wird wieder fachgerecht entsorgt. Die Box verstaust du in diesen 6 Monaten außerhalb deines direkten Blickfeldes.

So, jetzt also jede Schublade aufziehen und jede Tasche durchsuchen. Auch die kleinen gelben PostIt-Helferlein, die mittlerweile deine Arbeitsumgebung mannigfaltig schmücken, kommen weg. Vor allem, die mit den Passwörter drauf! Hier gibt es sehr gute kostenlose Programme wie KeePass, bei denen du deine Passwörter einfach, sicher ablegen und bei Bedarf automatisch wieder abrufen kannst.

Die Entsorgung – Stufe 2

Noch viel mehr Haufen als du je an deinem Arbeitsplatz horten könntest finden sich in deinem Kopf – Deine Gedanken. Es ist ja auch belebend sein Hirn zu nutzen, aber auch hier muss ab und an ausgefegt werden. Denn die Haufen im Kopf haben die unangenehme Eigenschaft, dir überall hin zu folgen und sich in den unpassendsten Momenten zu Wort zu melden. Die Klarheit in deinem Kopf deckt sich erschreckend oft mit der Erscheinung deines Arbeitsplatzes. Gedanklicher Unrat führt nicht selten zu einem brutalen Gedankenkarussel. Wie du diesem Kopfkino Herr wirst, wenn es denn schon passiert ist, kannst du hier nachlesen.

Damit es erst gar nicht so weit kommt, musst du ab und an die Raumpflegerin in deinen Kopf schicken. Ihre Reinigungsmittel heißen Outlook, Evernote oder Schreibblöckchen. Also Systeme, in denen du Gedanken und Informationen ablegen und getrost danach vergessen kannst. Ja vergessen, denn du hast die Freiheit jederzeit diese Systeme zu nutzen, um die Gedanken wieder hervorzuholen. Was man aber erst einmal in seinem Kopf gestrichen hat, kann einen nicht mehr verrückt machen. Suche dir also ein System, dem du vertraust und in dem du einfach deine Gedanken ablegen und auch ohne großen Aufwand wiederfinden kannst. Richtig hierbei ist das, was für dich funktioniert. Das darf auch gerne ein kleines Schreibblöckchen mit IKEA-Bleistift in deiner Hosentasche sein. Die Nerds dürfen auch gerne auf einen elektronischen Gedankenplaner wie Evernote zurückgreifen.

Der Futterplatz

Essen solltest du an deinem Arbeitsplatz nur in absoluten Ausnahmefällen.

Nichts ist fieser als ein vollgekrümelter oder vollgekleckerter Arbeitsplatz. Am besten noch Teile davon in der Computertastatur. Igitt!

Wenn dem bei dir so sein sollte, Lappen holen und gründlich sauberwischen.

Pausen und Essen macht man entspannter Weise weg vom Arbeitsplatz.
Abschalten, Entspannen, Plaudern, Essen, Trinken, die Gegend erkunden. Das ist Pause und nicht eine Stulle vor dem Monitor hastig in sich hineinzuschlingen während man telefoniert.

Die Außenwirkung

Sieht man mal davon ab, dass ein regelmäßiger Frühjahrsputz dir neue Übersicht und Kraft gibt, hat es auch noch einen charmanten Effekt für deine Außenwirkung. Sicherlich kann es dir zweierlei sein, wie andere deinen Arbeitsplatz finden, aber hast du schon einmal jemanden kennengelernt, der sich für eine Beförderung, Aufmerksamkeit oder dem Kunden gegenüber empfohlen hat, weil er mit seinen Kaffeeflecken die olympischen Ringe an seinem Arbeitsplatz naturgetreu wiedergegeben hat? Eher in den selteneren Fällen. Bei einem solchen Anblick von außen entsteht auch gerne der Eindruck, dass du deine Aufgaben nicht mehr im Griff hast.

Das Arbeitsplatzdoping

So, Ordnung und Übersicht sind fein, aber nichts geht über ein wenig Gemütlichkeit auf deiner Arbeitsinsel. Also wie wäre es mit ein wenig optischen Arbeitsplatzdoping wie beispielsweise einem inspirierenden Bild? Eine schöne Auswahl hierfür einsetzbarer Bilder findest du übrigens hier im Blog. Manchmal kann es auch schon total belebend sein, wenn deine Lieblingsfarbe, an der einen oder anderen Stelle auftaucht. Ein Pflänzchen schafft auch schnell ein wohliges Gefühl. Oder hast du schon einmal versucht, wie es sich arbeitet, wenn dein Monitor auf der anderen Tischseite steht? Probiere doch einfach mal was Neues. Eine persönliche Note, kein Wohnzimmernachbau. Im unglücklichsten Fall darf dein Arbeitgeber sogar deutliches Personalisieren deines Arbeitsplatzes verbieten. Naja mit Maß und Ziel eben. Es sollte ja noch zum Feierabend einen Anreiz geben, nach Hause gehen zu wollen.

Die Barrierefreiheit

Ein weiterer Vorteil eines geregelt, zugänglichen Arbeitsplatzes ist auch schlichtweg die Tatsache, dass die Reinigungskräfte es einfacher und eine reelle Möglichkeit haben deine Schreibtischplatte sauber zu wischen. Das kann sonst nach einigen Jahren des Vorbeiwischenmüssens echt unappetitlich werden.

Der Schnappschuss

So letzter Checkup. Tritt einmal einen Schritt von deinem Arbeitsplatz weg und mach ein Foto mit deinem Telefon. Was siehst du? So sieht dein Arbeitsplatz für andere aus. Was entdeckst du noch? Vielleicht ein paar leere Pfandflaschen, die schon längst zurückgegeben sein sollten?

Die Belohnung

So liegt Sie nun vor dir. Deine aufgeräumte Arbeitsinsel. Wie du jetzt weißt, je nach Typ ggf. etwas freier aber mit reichlich Platz für Impulse, Ideen, Methoden und Lösungen und frei von Unrat und störenden Ablenkungen. Also schaffe Neues und erledige mit dieser neu gewonnenen Energie deine kommenden Aufgaben.

Womit belohnst du dich nach deiner nächsten Aufräumsession?

Foto: Clutter blindness von devinStein [CC BY 2.0]

Teilen.

Hinterlasse hier deinen Kommentar

Burnaholics - Newsletter ZITATE

Zitate sind inspirierend!

Wenn du dich bei meinem Newsletter ZITATE anmeldest, erhältst du regelmäßig ein inspirierendes Zitat für deine Woche.

Burnaholics
  Ich mag selbst keinen Spam und gebe deshalb deine Daten auch nicht weiter.
Burnaholics - Newsletter SALON

Plaudern im Salon

Wenn du dich vor Saloneröffnung bei meinem Newsletter SALON anmeldest, erhältst du kostenlos Zugriff auf die baldigen, exklusiven Inhalte und Diskussionsrunden.

Burnaholics
  Ich mag selbst keinen Spam und gebe deshalb deine Daten auch nicht weiter.
Burnaholics - Newsletter NEUES

Super, dass du hier bist!

Wenn du dich bei meinem Newsletter NEUES anmeldest, erhältst du automatisch bei Erscheinen wertvolle Artikel, die dein Feuer bewahren, aus den Bereichen:

  • BurnUps
  • CoolDowns
  • Umfragen
  • Geschichten
  • Projekte
  • Bilder
  • Unterhaltung
Burnaholics
  Ich mag selbst keinen Spam und gebe deshalb deine Daten auch nicht weiter.